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Eifelregio.net 03.09.2014 Die Eifel - Urlaubsregion im Herzen Europas. Definition und Abgrenzung. Die Grenzen der Landschaft Eifel. Was gehört alles zur Eifel. Zur Abgrenzung von Eifel und Ardennen. Die Begriffe Eifel, Ösling, Ardennen. Eifel, Eifelregionen, Ösling, Ardennen, Islek, Éislek

Was meinen wir mit der Eifel?

Besser als Ernst Moritz Arndt kann man es eigentlich nicht ausdrücken: Er umriss in seinen 1844 erschienenen „Rhein- und Ahrwanderungen“ die Grenzen der Landschaft Eifel so:

„… beginnt nördlich unter Gemünd an der oberen Roer, von wo man allmählig von den Bergen in die fruchtreichen Felder Zülpichs hinabsteigt, läuft in einem Bogen gegen Münstereifel herum und dann an der oberen Ahr bis gegen Altenahr fort. Von da längst dem rechten Ufer der Ahr, (…), immer gegen Osten bis der Stadt Ahrweiler gegenüber. Von hier ab südlich gegen Andernach hinaus in grader Richtung eine bis zwei Stunden Abstand vom Rheinlauf [gemeint ist: zu Fuß]. Dann an dem Maifeld hin in der Entfernung einer bis zwei Stunden von der Mosel in westlicher Richtung fort etwa eine Meile über das Flüßchen Prüm hinaus gegen Westen, wo man die Grenze etwa von Echternach zu St. Vith und Malmedy hinauf von Süden nach Norden zieht.“

Diese Definition der Eifel bestätigt auch Sebastian Münsters Karte des Rheinlaufs von 1545

Sebastian Münster: Secunda Rheni Tabula − die Eifel auf einer Karte von Sebastian Münster, 1545

Sebastian Münster: Secunda Rheni Tabula − die Eifel auf einer Karte von Sebastian Münster, 1545 (so auch noch 1572)

Man sieht deutlich, dass man bereits 1545 zur Eifel auch Bastogne, Houffalize und natürlich, wie Arndt, auch St. Vith zählte.

Mehr noch

Diejenigen, die heute meinen, Luxemburg oder die belgischen "Ardennen" hätten mit der Eifel nichts zu tun, können bei Sebastian Münster lernen:

Der herrschafft halbe so in der Eyfel ist / solt du wissen das sie fast halber Lützelburgisch und Trierisch ist / doch der mehrer theil Lützelburgisch. ... Die Graueschaffft von Vianden ... darin ligt die statt S. Veyt / und die statt Bastenach / die doch Lützelburgisch ist. Der Eyfler hantierung ist fast mit rind vieh / honig un wachs. Das viech kompt fast aus dem land bey Bastenach / heißt das Oeßling von der groß wald genannt Ardennerwald / darin S. Ruprecht das groß Kloster ligt.

Deutlich wird also im 16. Jahrhundert selbst Bastogne/Bastenaken sowie der ganze Ösling/Islek/Eislek als zur Eifel gehörig beschrieben und der Begriff Ardennen nur als Bezeichnung für das grosse Waldgebiet, also nicht als Gebirgs- oder Regionsbezeichnung, benutzt. Als westlichster Ort des zur Eifel gehörigen Gebietes wird die Stadt St. Hubert genannt. Und so wird es auch auf der Karte bestätigt. Dort steht die Bezeichnung "Ardenna" ganz oben rechts, also im Nordwesten von Bastenaken (Bastogne) und bei St. Ruprecht (St. Hubert).

Geografisch betrachtet ist die Eifel aus heutiger Sicht ein spezieller Teil der Ardennen. Insoweit könnte man korrekt prinzipiell jede Eifel-Region auch als Region der Ardennen verstehen. Als spezieller Teil der Ardennen muss die Eifel aber natürlich eine definierte Grenze zu den restlichen Nicht-Eifel-Ardennen haben. Bei Sebastian Münster beginnen die Rest-Ardennen erst bei St. Hubert.

Die heute gern geäußerte Ansicht, die Our sei die Westgrenze der Eifel, teilen wir hingegen nicht. Die Our-Grenze ist eine historisch äußerst junge, rein militärgeographisch begründete Linie als Ergebnis des Wiener Kongresses: »Die Beweggründe hierfür waren rein sicherheitspolitischer Natur, es sollte ein Bollwerk gegen Frankreich geschaffen werden.« (Beschreibungen von Staaten, Provinzen und Regierungsbezirken in Deutschland 1820-1914, S. 210, Mainz 2008)

Wer also heute gerne die Eifel an der Our enden lassen möchte, irrt - sowohl landschaftlich als auch historisch gehört das Ösling/Islek/Éislek eigentlich komplett zur Eifel, wie man leicht auch bei einem Besuch des Museums in Binsfeld/Eifel nachvollziehen kann.

Vom luxemburgischen Islek, d. h. vom Éislek, zählen wir, wie Arndt, aber nur einen kleinen Teil zur Eifel: nordöstlich einer Linie, die südlich von Vianden beginnt, entlang der geologischen Schichtgrenze des Devon bis zur Sauer nördlich von Erpeldange, kurz der Sauer aufwärts bis zur Wiltz folgt und dann entlang der Wiltz und der Woltz (Clerve) bis zu ihrer Quelle nahe der Schmiede an der Grenze zur Begischen Eifel führt.

Wie komplex die Abgrenzungslinien zu den Ardennen dann im nördlich angrenzenden Gebiet der Belgischen Eifel sind, zeigt eine Skizze des St. Vither Geschichtsvereins “Zwischen Venn und Schneifel” www.zvs.be/wp-content/uploads/2011/12/Eifel_Abgrenzungslinien.pdf. Man sieht, dass Haustypen, Tektonik, Oberflächenzerschneidung, Klimadaten, Flusseinzugsgebiete und nicht zuletzt die Sprache Abgrenzungsmerkmale sind. Anders als der St. Vither Geschichtsverein zählen wir aber aus historischen Gründen das Gebiet der früheren Gemeinden Weismes/Waimes und Robertville komplett zur Eifel.


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