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Eifelregio.net 23.07.2014 Vulkaneifel Vulkaneifel Eifel, Eifelregion, Vulkaneifel, Eifel, Natur, Genuss, Kultur, Erlebnis, Übernachten, Einkehren, Wandern, Radfahren, Aktivitäten, Veranstaltungen,

Vulkaneifel

Vulkane und Maare, das ist die Eifel schlechthin. Die wassergefüllten „Augen der Eifel“ bei Gillenfeld und Daun sind die Hauptattraktion in dieser Landschaft. Die heiße Erdgeschichte vor wenig mehr als 10000 Jahren ist Thema im Maarmuseum Manderscheid und im Dauner Eifel-Vulkanmuseum. Wem soviel Wissenschaft zu heiß ist: In einigen der mit Wasser gefüllten Maare findet man Abkühlung in Freibädern.

Info

Tourist Information Daun: Leopoldstr. 5, 54550 Daun, Tel. 06592 951 30, www.ferienregion-daun.de

Die Vulkanzone der Eifel reicht vom Rhein im Osten über das Laacher-See-Gebiet bis weit in den Westen, wo man im Vulkangarten Steffeln in einem ausgebeuteten Steinbruch Schicht um Schicht heute exemplarisch nachvollziehen kann, wie ein Vulkan aufgebaut ist. Der Rockeskyller Kopf östlich von Gerolstein ist ein Schichtvulkan par excellence und auf einem Geowanderweg erschlossen.

Der Vulkanismus in der Eifel flammte über einen langen Zeitraum immer wieder auf, der jüngste Ausbruch liegt erst rund 11000 Jahre zurück und brachte das jüngste Maar der Eifel, das Ulmener Maar hervor. Dies ereignete sich im Erdzeitalter des Quartär, in dem wir noch heute leben. Viele Vulkane der weiter östlich gelegenen Hocheifel sind viel früher, bereits im Tertiär, vor 20–40 Mio. Jahren, entstanden, der höchste Eifelberg, die Hohe Acht (747 m) ist 38 Mio. Jahre alt.

Antike Zeichensprache

Viele Vulkansilhouetten sind markant und von den unterschiedlichsten Plätzen aus leicht wiederzuerkennen, manche, wie der Aremberg an der Schwelle zur Ahreifel, sehen aus wie schlafende Riesen, andere haben ausgeprägte eingesunkene Gipfelformen wie der Mosenberg oder steilwandige Basaltklippen wie der Buerberg bei Schutz. Und: Schon die Menschen der Frühzeit, die Kelten, später die Römer, haben die höchsten Punkte genutzt, um sich Überblick zu verschaffen und wohl auch, um von Berg zu Berg zu kommunizieren. Reste ihrer Wachtposten, Höhenburgen oder auch Siedlungen im Schutz der unangreifbaren Höhe haben Ausgrabungen zutage gefördert, so am Buerberg bei Schutz und am Barsberg bei Bongard.

Tipp

Interessante Stationen im gesamten Geo- und Naturpark erläutert: www.geopark-vulkaneifel.de

Der Bergbau

Die Ausbeutung der vulkanischen Gesteine ist uralt. Schon die Römer haben mit dem Abbau in industriellen Dimensionen begonnen. So ist schon mancher Vulkan bereits von der Landkarte verschwunden und noch immer ist die Vulkaneifel übersät mit aktiven Lavagruben und Steinbrüchen, etwa am Rother Kopf. Alte Fotografien zeigen beispielsweise den 614 m hohen Goßberg bei Walsdorf mit ganz anderer Silhouette und der Steffelner Kopf wurde fast ganz abgetragen. Lava und Basanit für den Straßenbau, Basalt, Trachyt und mehr für den Bau von Kirchen, Klöstern, Schlössern und Bauernhäusern.

Die Quellen

Bekannt ist die Vulkaneifel für die vielen guten Quellen. Weniger zum Trinken als zum Bestaunen ist der Wallende Born mitten im Dorf Wallenborn. Er verdient den Namen zu Recht, denn alle halbe Stunde quillt das Wasser aus dem Untergrund und schießt in einer Fontäne hoch auf. Ein Spektakel, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Vielfalt der Mineralwässer in der Eifel hat ebenfalls mit dem Vulkanismus zu tun. An den geologischen Störungslinien tritt das Wasser aus tiefsten Tiefen aus, angereichert mit den Mineralien des Berggrunds. Viele kleine Dörfer in der Vulkaneifel haben ihren Sauerbrunnen oder Drees. So nennt man hier die gefassten Quellen, wo sich jeder Wasser holen kann, das auf natürlichem Weg mit Kohlensäure angereichert sprudelnd und oft vom Eisengehalt rötlich gefärbt gezapft wird. In Flaschen abgefüllt, hält es sich dank der Kohlensäure eine Weile. Schön hergerichtete Brunnenhäuser findet man unter anderem in Daun-Steinborn und im Kylltal bei Birresborn (Lindenquelle) und am Rand von Duppach, außerdem offene Brunnen und Zapfhähne in Niederstadtfeld sowie bei Bodenbach.

Wandertipp Dauner Maare

Auf einer 10 km langen Route lassen sich alle drei Dauner Maare erwandern. Der Weg führt über den 561 m hohen Mäuseberg mit dem Dronketurm. Unterwegs sieht man auf der einen Seite das Weinfelder, auf der anderen das Schalkenmehrener Maar: Ein Krater neben dem anderen, unterschiedlich in der Höhe.

Gemündener Maar

Als tiefer, bis zu 38 m tiefer See, von Wald umgeben, liegt das Gemündener Maar der Kreisstadt Daun am nächsten und ist ein beliebtes Ausflugsziel, ja sogar Schauplatz für den Kulturevent der Dauner Festspiele. Das Freibad mit mehreren Becken ermöglichst zwischen Mai und September ein Bad im Maarwasser. Es wurde zur Saison 2014 generalsaniert und wartet mit Rutschbahn und Sprungturm sowie Café mit Terrasse auf.

Totenmaar (Weinfelder Maar)

Auf dem Schlackenwall des Vulkankraters, in dem das für sein klares Wasser bekannte Maar liegt, steht eine einsame Friedhofskapelle. Es ist die ehemalige Kirche des Dorfes Weinfeld und zugleich alles, was nach den Pestjahren im 16. Jh. davon geblieben ist, als alle Einwohner des Dorfes starben. Daher der Name ›Totenmaar‹. Diese Szenerie, umgeben von windzerzausten Ginsterheiden, machte der Eifelmaler Fritz von Wille im frühen 20.Jh. mit seinen Bildern bekannt, und die traurige Geschichte ist Thema einer Novelle der Eifeldichterin Clara Viebig (1860–1952), die so beginnt: »Hoch oben in den Eifelbergen liegt ein See, dunkel, tief, kreisrund, unheimlich, wie ein Kraterschlund.« Das stille Maar lässt sich gut auf einem Uferrundweg umwandern, Start am Parkplatz Weinfelder Maar.

Schalkenmehrener Maar

In offener Landschaft, umgeben von Wiesen, liegt der See am Rand des Dorfes. Man kann im Naturfreibad baden und Boot fahren, es gibt Liegewiesen und Badestrand auf der Westseite des Doppelmaars. Denn das eine der ursprünglich aus zwei wassergefüllten Maaren bestehenden Schalkenmehrener Maare ist bereits verlandet.

Gillenfelder und Immerather Maare

Eine weitere Kratergruppe liegt bei Gillenfeld. Sie besteht u. a. aus dem Pulvermaar und dem Immerather Maar. Während Letzteres höchstens Angler beglückt, ist das Pulvermaar mit seinem klaren tiefen Wasser ein Badesee für Anspruchsvolle, wenn auch recht kühl. Steil fallen die Ufer ab in das kreisrunde, von dichtem Wald umgebene Maar. Schwimmbad, Campingplatz und Feriendorf.

Eifel-Vulkanmuseum/GEO-Zentrum Vulkaneifel

Unter dem Walmdach des ehemaligen Landratsamts (1830/1831) sind Mineralien und Fossilien sowie Modelle der in den letzten 600 000–10 000 Jahre entstandenen vulkanischen Landschaftsformen versammelt. Schlackenkegel und Maare werden auch in ihrer Entstehungsphase gezeigt – ein guter Einstieg zur Erforschung des Vulkanismus in der Westeifel auf eigene Faust.

Leopoldstr. 9, 54550 Daun, Tel. 06592 98 53 53 oder 06592 933 321, www. vulkaneifel.de/eifel-vulkanmuseum, März–Mitte Nov. Di–Fr 13–16.30, Sa, So, Fei 11–16.30 Uhr, 3 €.

Nostalgikum in Uersfeld

Die Litfaßsäule vor der Tür des ehemaligen Schulhauses zeigt es schon: Hier geht es auf Entdeckungsreise, und zwar von den 1940er- bis in die 1960er-Jahre. Raum für Raum treffen zumindest die Besucher der 50-plus-Generation auf ›alte Bekannte‹:

auf einen Tante-Emma-Laden, ein Badezimmer der Fifties oder einen wie anno dazumal eingerichteten Frisörsalon. In der stilecht im Retrolook gehaltenen Kneipe kann man an der Jukebox die eigenen Lieblingsschlager ›drücken‹. Technische Besonderheit: Sowohl die A- wie die B-Seite sind wählbar obwohl die Platten waagerecht laufen, ausgeklügelte Mechanik macht’s möglich, die B-Seite wird von unten abgetastet. Eine weitere Kuriosität ist der Fernseher mit Geldeinwurf – eine frühe Form von Pay-TV. Waren die Groschen aufgebraucht, wurde der Strom abgeschaltet und der Bildschirm blieb dunkel.

Hauptstr. 7, 56767 Uersfeld, Tel. 02657 94 01 13,www.nostalgikum.de, April–Okt. Do, Sa, So 14–17.30 Uhr, 5 €

Steema Drees

Ein Spaziergang durch das Dorf führt zu einem in einer gemauerten und vergitterten Fassung in kurzen Intervallen aufwallenden ›Brubbel‹. Wenige Schritte weiter sind es zum Pavillon mit dem Steema-Drees. Wie die 1984 angebrachte Inschrift besagt, versagte er noch nie seinen Dienst und liefert immer treu gesundes Mineralwasser, das frei gezapft werden kann.

Ortsmitte Daun-Steinborn, Eintritt frei, immer geöffnet

Kloster Himmerod

Klosterladen, Fischerei, Bäckerei sowie Gaststätte machen das Kloster heute zu einem florierenden Wirtschaftsbetrieb, den allerdings nur noch wenige Mönche bewirtschaften. Gut besucht sind die gelegentlich stattfindenden Orgelkonzerte. In die Abgeschiedenheit des Klosters ziehen sich u.a. katholische Jugendgruppen gern für Besinnungstage zurück. Gegründet wurde Himmerod 1134/1135 als erstes Kloster des Zisterzienserordens in Deutschland. Fortan lebten die Mönche in der Einsamkeit der Eifelwälder nach dem Motto »Ora et labora«. Die von den Ordensregeln geforderte Schlichtheit beim Kirchenbau erschöpfte sich in Himmerod darin, dass das Gotteshaus turmlos blieb. Heute ergötzen sich Barockfans an der Westfront der Abteikirche (1751). Zu verdanken ist der opulente Westgiebel dem Architekten Christian Kretzschmar, der im Auftrag des Ordens den Neubau der Klosterkirche im damals zeitgemäßen Stil des Barock übernahm. Nach der Säkularisation blieb die Westfront erhalten und wurde im 19.Jh. als Ruine ein romantisches Sujet für Gemälde.

Himmerod 3, 54534 Großlittgen, Tel. 06575 9513-15, http://abtei-himmerod.de, Gästezimmer auf Anfrage

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